Alexander Blum - Gesamtleiter und Gründer

Alexander Blum (1982) hat Casa Girasol im Jahr 2006 mit der Unterstützung von Familie und Freunden in der Schweiz gegründet. Seit 2012 lebt er mehrheitlich in Honduras und leitet die Arbeit direkt vor Ort.

 

Alexander, welches sind deine Aufgabengebiete?

Ich sehe meine Aufgabe darin, dem Team den Rücken freizuhalten, damit es sich ganz um die Kinder kümmern kann. Zu meinen täglichen Arbeiten gehören die Mitarbeiterführung, die Organisation der Kurzeinsätze, der Kontakt zu Partnerorganisationen und Behörden, das Fundraising und die Öffentlichkeitsarbeit.

 

Warum hast du Casa Girasol gegründet?

Während des Theologiestudiums stellte ich Gott die Frage, wo denn meine Berufung sein würde. Anstelle einer klaren Antwort spürte ich Gottes Gegenfrage, was ich denn gerne tun würde. Es war so, als ob Gott sagen würde: "Ich habe dir deine Berufung in dein Herz gelegt." Drei Jahre lang machte ich mir intensiv Gedanken, welche Talente und Wünsche in mir schlummerten und kam zum Schluss, dass ich meine Leidenschaft für die christliche Kinder- und Jugendarbeit im Rahmen eines Hilfswerkes täglich leben möchte.

 

Und wieso sollte es gerade Honduras sein?

Dass es sich um Honduras handeln würde, war im Gegensatz zu allem anderen schnell klar, denn hier hatte ich im Jahr 2000 einen 12-monatigen Schüleraustausch gemacht. Ich lernte damals das Land und seine Menschen gut kennen und war einerseits tief bewegt von der herrschenden Armut, andererseits überzeugte mich der Lebensmut der Honduraner und ich wusste: "Auf diese positive Lebenseinstellung kannst du aufbauen. Hier fällt Gottes Wort auf fruchtbaren Boden."

 

Was bedeutet Mission für dich?

Ich bin im Gastgewerbe aufgewachsen und lernte, dass man das Haus auf zwei Arten füllen kann: Durch laute Werbung oder indem man seine Gäste bestmöglich betreut und sich das herumspricht. Ähnlich sehe ich unsere Missionsarbeit. Auch ich möchte, dass möglichst alle Menschen die Liebe Gottes entdecken. Ich glaube aber nicht, dass es unsere primäre Aufgabe ist an Gottes Haus zu bauen, indem wir lautstark predigen, sondern dadurch, dass wir den Menschen in ihrer Not begegnen und praktisch helfen. Persönlich denke ich, dass in unserer Zeit zu viel geredet aber zu wenig gehandelt wird. Wir predigen sanft, handeln aber umso energischer.

 

Welches ist dein Lieblingsprojekt?

So wie ein Papa kein Lieblingskind hat, so habe ich auch kein Lieblingsprojekt. Ich bin vom Sinn und Zweck aller Arbeitsbereiche überzeugt. Aber es das Projekt, das mich emotional am meisten herausfordert, ist eindeutig die Arbeit mit den Kindern auf der Müllhalde.

 

Wie finanzierst du deinen Lebensunterhalt?

Ich  betreue selbständig diverse Kunden bezüglich Werbung, Printdesign und Drucklösungen. Ich gestalte seit 18 Jahren beispielsweise Kirchenblätter oder Firmenzeitschriften. Das bereitet mir grosse Freude und bietet mir eine willkommene Abwechslung zum Engagement für Casa Girasol.